Mittwoch, 26. August 2009

Nach 10 Monaten Ecuador: Ich war ein Impact!

„Schreib doch noch was Abschließendes!“, wurde ich die Tage aufgefordert. „Etwas Abschließendes?“ fragte ich mich darauf und kam schnell zu der Überzeugung, dass ich euch, den Lesern meines Blogs noch einen Abschlussartikel widmen möchte.
„Ins Wasser fällt ein Stein“, so heißt es doch in einem alten Lied, das ich vor Zeiten einmal gehört habe. Jeder weiß, was passiert, wenn ein Stein ins Wasser fällt. Der Einschlag verursacht kreisförmige Wellen, die sich immer weiter ausbreiten. Ich durfte mit meinen fünf Teamkollegen zusammen solch ein Einschlag, ein „Impact“ (engl. Einschlag, Auswirkung) sein.
Es gab viele Menschen in Ecuador, die den Abschied von uns sechs jungen Deutschen nur sehr wehmütig hinnahmen und uns nur sehr schwer gingen ließen, was meiner Meinung nach für sich sprach. Wir durften Herzen erreichen, Kirche bauen (in jeder Hinsicht), Menschen ans Evangelium heranführen, die- wenn überhaupt- zuvor nur dogmatische Starrheit mit Kirche verbanden. Ein Missionar sagte einmal, als wir von einer Kinderchorstunde heim fuhren: „Wir haben hier mit euch zusammen gesät, aber ihr werdet wohl nie wissen, wie viel Frucht vielleicht eines Tages einmal daraus entstehen wird“
Gott ließ mich einschlagen, egal wo: Ob in einem abgelegenen, von der Welt halb vergessenen Bergdorf, in einem Vorstadtnest oder gleich im Herzen der Großstadt;auf der Bühne, im Freien auf dem Fußballplatz, im Altenheim; in den Bergen oder an der Küste. Egal wie: Singend, Gitarre spielend, übersetzend, bauend, die Wände streichend, putzend, planend, Schau spielend, Geschichten erzählend…..
Zehn Monate Ecuador war aber nicht nur ein Einschlag, den ich mit verursachte, sondern auch ein Einschlag direkt in mein Leben hinein. Ich wurde verändert in ständiger Herausforderung, weit weg von Familie, Freunde und Heimat. Eins ist mir klar geworden: Einschläge Gottes können nicht immer schmerzlos sein und vielleicht führt Gott einen erst einmal ziemlich weit weg, um einem Dinge vor Augen zu führen. Die letzten Monate hießen für mich ständige Reflektion mit anderen, aber vor allem auch mit mir selbst. Es gab viele Momente, in denen ich erschüttert war, zum Teil ziemlich stark und dabei nichts mehr verstand. Ich musste dann immer an einen Vers aus dem achten Kapitels des Römerbriefes denken, immer ringend darum, dass dieser Vers Teil meines Denkens wird: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind“. Natürlich ist er aus dem Kontext genommen, aber dennoch spricht er für sich und entfaltete in meinem Alltag seine unheimliche Wirkung: Auch das Allernegativste muss mir letztendlich zum Guten dienen und Gott zur Ehre. Der Einschlag, der mein Herz traf hat viel in mir in Bewegung gebracht, hat mir die Augen geöffnet für das, was ich wohl in Deutschland nie so klar gesehen hätte. Letztendlich darf unter Gottes Gnade daraus Wachstum entstehen. Beispiele fehlen, für so vieles fehlen Worte, manches bleibt zu persönlich. Gott allein kennt die Sprache des Herzens und sieht alles, das reicht.
Ich lebte, arbeitete und wohnte zehn Monate in Südameika. Ein wertvolles, herausforderndes, vielfältiges, emotionsvolles, ereignisreiches Kapitel meines Lebens geht nun zu Ende. Viele Erinnerungen bleiben, manche werden verblassen. Einschläge vieler Arten sind geschehen, doch haben sie eins Gemein: Sie hinterlassen Kreise, ein Leben lang.


Ich bedanke mich für Unterstützung jeglicher Art: Briefe, Karten, E- Mails, Geld, emotionale Unterstützung, Gebet.
Auch ihr ward ein Einschlag in mein Leben!

PS: Im Herbst findet in meiner Gemeinde eine Infoveranstarltung