Montag, 5. Januar 2009

Silvester mal ein wenig ander

Hallo Deutschland,

euch allen wünsche ich ein frohes und gesegnetes neues Jahr. Ich hoffe, dass ihr ein paar ruhige und schöne Feier-, Ferien- und Urlaubstage hattet. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch für alles Interesse und für Weihnachts- und Neujahrsgrüße bedanken! Anbei ein kleiner Bericht von meinem Jahreswechsel und Fotos. Viel Spaß dabei!

Silvester, oder "año viejo", wie es hier genannt wird, ist in Ibarra eine megagroße Straßenparty, wo die Menschen, sobald es nach sechs Uhr abends dunkel wird auf die Straßen gehen, um den Jahreswechsel gebührend zu feiern. Dabei erinnert das Fest eher an Karneval, statt an das typische Silvester, wie ich es von Deutschland her kenne. Die Leute tragen Masken, die teilweise irgendwelche Fratzen, aber auch berühmte Politiker darstellt. An vielen Stellen stauen sich die Autos, weil als Frauen verkleidete Männer Seile spannen und Geld für verrückte Tanzeinlagen fordern, was ihrem angetrunkenen Zustand nicht unbedingt immer so ganz Jugendfrei gewesen sein mag…. Ecuadorianer mögen feiern, und das kommt bei Silvester auf ganz verrückte und ausgelassene Weise zum Vorschein.

Entlang der großen Straßen und Plätzen sind Bühnen aufgebaut, wo Musik von verschiedensten Gruppen und Stilarten vorgetragen wird. Wir gehen ausgelassen, wie alle auf den Straßen mit einem Lolli im Mund durch das Gewirr der Feierlichkeiten.

Nachdem wir kurz vor Mitternacht nach Hause kamen, haben wir schnell eine „Munecco“ oder auch eine „año viejo“ gebastelt. In Ecuador ist es Tradition etwa menschengroße Puppen aus Sägespäne zu basteln, die Bekannte oder meistens auch Politiker darstellen. Sie werden dann gegen 24 Uhr verbrannt als Symbol für das alte Jahr. Man soll somit alles Schlechte des vorherigen Jahres zurücklassen, um so Glück im neuen Jahr zu haben.

Wir haben Eli, eine Freundin von uns aus dem Lobpreisteam der Gemeinde verbrannt. Kaum zu übersehen ist mein rot-schwarz- gestreiftes T- Shirt, was ich der armen Puppe zum anziehen angeboten habe, die Nacht war nämlich ganz schön frisch….;)

Die Puppe wurde gerade so eben noch fertig und rasch aufs Dach geschliffen, wo wir mit unseren eingeladenen Gästen, etwa 12 Ecuadorianern und Jonas, ein Deutscher Voluntär, der in der Nähe von Quito arbeitet, dem neuen Jahr entgegenjubelten. Vom Dach konnte man über die ganze Stadt gucken, die in dieser Nacht ein wenig von Nebel eingehüllt war. Überall gingen Raketen hoch, zwar nicht so viele wie in Deutschland, aber trotzdem ein schöner und bewegender Moment. Was das neue Jahr alles so bringen mag? Viel Veränderung wird vor mir liegen. Ich werde in fast einem halben Jahr wieder zurück sein, danach fängt das Studium an, wo wird es hingehen? Viele Fragezeichen. Gelassen gehe dennoch ins neue Jahr, ich weiß nämlich, dass mein Gott mich führen wird und mit mir in die Zukunft geht.

Trotz bei leichtem Nieselregen, war es doch bis 2 Uhr auszuhalten bei Feuer und Stockbrot und einer immer wieder knallenden Puppe, die mit Boellern gefuellt war....;)

In diesem Sinne, ein frohes Neues Jahr!


Euer Benni